Ein durchschaubares Spiel - Leserbrief der BBE-Gemeinderäte zum NK-Artikel "Ja zum Wasserzweckverband" vom 30.09.2017

Sonntag, 8. Oktober 2017 - 17:15

Einen schlechten Tag muss der NK-Berichterstatter gehabt haben, als er über die Diskussion und Beschlussfassung zum Anschluss der Wasserversorgung Emtmannsberg an den Wasserzweckverband (WZV) Seybothenreuther Gruppe berichtete. Der Bericht ist unvollständig, einseitig, unausgewogen, und enthält grobe Fehler.

Selbstverständlich muss sich ein Wasserversorger immer wieder zukunftsorientiert aufstellen; hierzu gehört u.a. die Gewährleistung der Versorgungssicherheit und zu dieser wiederum die Abstützung auf ein zweites Standbein und selbstverständlich kostenbewusstes Handeln. Gründe, die den Gemeinderat Emtmannsberg dazu bewegten, den Beitritt zum WZV Seybothenreuther Gruppe anzustreben.

Doch wie jetzt verfahren wurde ist haarsträubend. Es ist richtig, dass ein Beitritt zum WZV Seybothenreuth geprüft werden sollte. Eine Prüfung bedeutet aber eine kritische Auseinandersetzung mit den Vor-und Nachteilen. Bereits die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung zielte aber auf den Beitritt ab, was nicht für eine kritische Prüfung spricht, sondern eine bereits getroffene Entscheidung nahelegt. Nicht nachzuvollziehen ist für uns auch, warum solch weitreichende Entscheidungen so übereilt und sofort zu treffen sind. Ohne auf technische Konzepte bzw. Alternativen für die WV Emtmannsberg einzugehen, wurde in der letzten GR-Sitzung nur der Anschluss an die Seybothenreuther Gruppe nach Vorstellung der damit verbunden Beitrags- und Gebührenkalkulation sowie der Kalkulation einer Verbesserungsmaßnahme zur Abstimmung gestellt.

Seit 2011, als die zulässigen Grenzwerte im Trinkwasser für Cadmium von 5 µg/Liter auf 3 µg/Liter herabgesetzt wurden, hat der WZV Seybothenreuther Gruppe ein Cadmium-Problem. Nachdem es über diesen langen Zeitraum nicht gelöst wurde, hat das Landratsamt BT den WZV Seybothenreuth ultimativ aufgefordert, es bis zum 30.06.2018 zu beseitigen. Umgesetzt werden soll dies durch Bezug von Trinkwasser aus dem Tiefbrunnen Lehen (Stadtwerke Bayreuth), das dann in der Aufbereitungsanlage Draisenfeld in der erforderlichen Menge mit dem dortigen Rohwasser gemischt wird um den Cadmium-Bestandteil unter den zulässigen Grenzwert zu reduzieren. Die Kosten dieser Verbesserungsmaßnahme belaufen sich auf 2,5 Mio. Euro. Beschlossen hat der WZV Seybothenreuth, die Maßnahme ausschließlich über Beiträge und nicht wie im NK-Artikel geschrieben, zu 80% über Beiträge und zu 20% über Gebühren zu finanzieren. Für ein mittleres Einfamilienhaus ergibt sich dadurch eine Kostenbelastung von ca. 2300 Euro, ein zu hoher Betrag für die Emtmannsberger, vor allem auch deshalb, weil nicht genau klar ist, welche Gegenleistung sie eigentlich erhalten werden. Wird Wasser mit geringem Cd-Anteil und geringerem Härtegrad zukünftig dauerhaft und in welchen Mengen in die Wasserversorgung Emtmannsberg eingespeist? Schließlich ist die Wasserversorgung  Emtmannsberg bereits jetzt mit dem Netz der WZV Seybothenreuth verbunden und kann im Notfall genutzt werden. Mieter bleiben zudem außen vor. Vor diesem Hintergrund ist die vom NK-Berichterstatter herausgestellte Wasserpreiserniedrigung ein Witz, vor allem dann, wenn man den eigenen Amortisationszeitraum ausrechnet.

Von einer historischen Chance kann auch nicht die Rede sein, sie besteht allenfalls für die Haus- und Grundstückseigentümer der bisherigen Seybothenreuther Gruppe - zu der auch die Emtmannsberger Ortsteile Birk- und Unterölschnitz gehören - aufgrund der geringeren Verbesserungsbeiträge. Dies dürfte auch der eigentliche Grund sein, weshalb der Beitritt zur Seybothenreuther Gruppe jetzt plötzlich beschlossen wurde; denn ein Hinauszögern der entsprechenden Beschlüsse hätte zur Folge gehabt, dass o. g. Verbesserungsbeiträge nicht für die Haus- und Grundstückseigentümer des Beitrittsgebietes veranlagt werden dürfen. Im Übrigen wird sich der günstigere Wasserpreis bald wieder erhöhen, da absehbar ist, dass in beiden Gemeinden weitere Erneuerungs-/Verbesserungsmaßnahmen unumgänglich sind oder bereits in Planung sind. Wieder mal wird der Solidaritätsgedanke einseitig beansprucht und von einer ausgeglichenen Win-Win-Situation kann auch nicht die Rede sein.

Die BBE-Gemeinderäte Gerald Schreiner, Norbert Jäger, Gerhard Franke, Stefanie Gebhardt, Emtmannsberg

News

BBE-Flugblatt zum Anschluss der Wasserversorgung Emtmannsberg an WZV Seybothenreuther Gruppe

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Der Beschluss des Gemeinderates die Wasserversorgung Emtmannsberg dem Wasserzweckverband "Seybothenreuther Gruppe" anzuschließen, löste bei vielen Bürgern Fragestellungen aus. - Wir empfehlen Ihnen unser anliegendes Flugblatt, in dem wir unsere Grundhaltung zu diesem Thema zusammengefaßt haben. -

 

Flurneuordnung Emtmannsberg-Schamelsberg - Wahl der Vorstandsmitglieder/-stellvertreter der Teilnehmergemeinschaft

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Am Mittwoch,18.10.2017 fand im Gemeindezentrum Emtmannsberg die Wahl der Vorstandsmitglieder und -stellvertreter der Teilnehmergemeinschaft Emtmannsberg-Schamelsberg statt

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VGH München lehnt Antrag der Gemeinde auf Zulassung der Berufung zu einem Gerichtsurteil bezüglich Abwasserherstellungsbeiträgen ab

Donnerstag, 27. April 2017 - 19:00

Kläger erhalten zuviel bezahlte Abwasser-Herstellungsbeiträge zurück. Wollen auch Sie in Emtmannsberg und Troschenreuth Ihr Geld zurück? - Lesen Sie zum Inhalt und Folgen der Gerichtsentscheidungen den weiterführenden Text. - Es lohnt sich.

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