Erneuerbare Energien

Nachfolgende Inhalte wurden federführend von Gerald Schreiner bearbeitet.

Allen erneuerbaren Energien stehen wir grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Wie in vielen Bereichen bedarf es aber auch hier einer genauen Differenzierung.

In unserer Gemeinde gibt es eine große und zwei kleinere Biogasanlagen. Der verstärkte Anbau von Biopflanzen führt letztendlich zu Monokulturen, die sich nachteilig auf Natur und Umwelt auswirken. Infolge des erhöhten Flächenbedarfes zur Speisung von Biogasanlagen ist zudem ein deutlicher Anstieg der Pachtpreise zu verzeichnen, was sich letztendlich negativ für den einzelnen Landwirt auswirkt. Ein Ausbau mit Maß und Ziel ist daher dringend geboten.

Eine Vielzahl von Fotovoltaikanlagen auf Dächern bereichert das Energieangebot unserer Gemeinde, einen längst fälligen Ausbau auf gemeindlichen Gebäuden wollen wir verstärkt vorantreiben, eine Nutzung auf Freiflächen lehnen wir ab.

Besondere Bedeutung und Beachtung kommt der Windenergie in unserer Gemeinde zu. Auf dem Vorranggebiet Hauendorf-Ost ist die Errichtung von drei Windkraftanlagen mit einer Höhe von ca. 200 m (Nabenhöhe ca. 145 m – entspricht der Höhe des errichteten Windmessmastes) vorgesehen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich diese WKA nachteilig auf das Landschaftsbild auswirken. Zwar werden die gegenwärtig geltenden Abstandswerte zur Bebauung eingehalten, dennoch liegen die Standorte der einzelnen WKA relativ nah an unseren Ortschaften Hauendorf, Wiedent und Unterölschnitz. Die Errichtung von WKA im Tal erscheint uns mehr als fraglich. Insgesamt gesehen stehen wir der Errichtung von WKA am Standort Hauendorf-Ost daher äußerst skeptisch gegenüber. 

Sollte die Langzeitwindmessung den Nachweis ausreichender Windgeschwindigkeiten und Volllaststundenzahlen, also der Wirtschaftlichkeit erbringen und Gründe der Flugsicherheit einer Errichtung nicht entgegenstehen, ist wohl davon auszugehen, dass diese WKA errichtet werden. In diesem Fall ist es von besonderer Wichtigkeit, dass wir als betroffene Bürger und Gemeinde an der Wertschöpfung dieser WKA teilhaben. Die Gründung einer eigenen Energiegenossenschaft wäre die logische Konsequenz daraus.

 

Nachfolgende Inhalte wurden federführend von Gerhard Franke bearbeitet.

Vorteile einer Nahwärmeversorgung mit Biomasse (Hackschnitzel)

Alle Jahre wieder… Wo kauft man am günstigsten Heizöl für den bevorstehenden Winter? Kauft man allein oder schließt man sich einer der zahlreichen Einkaufsgemeinschaften an? Wo kann man überhaupt noch Energie sparen, um den finanziellen Aufwand für den Brennstoffeinkauf noch in einigermaßen überschaubarem Rahmen zu halten? Das Ende der Preisspirale ist trotz seit einiger Zeit wieder moderat sinkender Kosten für fossile Brennstoffe nicht aufzuhalten.

Die Zeit, in der Heizöl, Gas oder elektrische Energie günstig für die Beheizung von Wohnimmobilien genutzt werden konnte, ist längst vorbei.

Zeit, sich über alternative Möglichkeiten Gedanken zu machen:

  • Viele Bürger, deren Häuser 20 Jahre oder älter sind, stellen sich derzeit die Frage, welche Energieart als geeignet für die Zukunft erscheint.
  • Sicher ist, dass erneuerbare Energien einen unabdingbaren Weg darstellen, auch in der Zukunft die Energieversorgung von einer Gemeinde und deren Bürger zu sichern.
  • Eine Möglichkeit kann die zentrale Versorgung mit Wärme in einer Nahwärmeversorgung von Haushalten bieten. 

Zentrale Aufgabe von Gemeinden wird es zukünftig sein, Machbarkeitsstudien hinsichtlich Energieversorgung durchzuführen. Durch engere Zusammenarbeit kann auch die Möglichkeit gegeben sein, voneinander zu lernen. Viele Gemeinden im Bundesgebiet haben sich bereits zu diesem Schritt entschlossen, da die Energieversorgung mittelfristig ein tragendes Argument für die Ausweisung und Veräußerung von Grundstücken und somit für den gewünschten Bevölkerungszuwachs darstellt. 

Eine Möglichkeit ist die Nahwärmeversorgung auf Basis von Biomasse (Hackschnitzel) mit der analogen Produktion von elektrischer Energie.

Direkte Vorteile für jeden einzelnen Anschlussnehmer / Wärmeabnehmer:

  • Keine eigene Wärmeerzeugungsanlage mehr notwendig
  • Beschaffung von Öl entfällt.
  • Lagerung von Öl entfällt, evtl. wird ein neuer Raum geschaffen.
  • Enorm wenig Flächenanspruch bei der Montage eines Wärmetauschers (=Wärmeübertrager=Kesselersatz)
  • Kaminkehrermessungen der Öl-Zentralheizung entfallen.
  • Kundendienst der Zentral-Heizungsanlage entfällt.
  • Der Wärmekunde muss sich um keinerlei Heizungsanlage mehr kümmern.
  • Die laufenden Energiekosten sind über die Jahre kostengünstiger als bei Öl- oder Gasheizungen.
  • Der Fernwärmeanschluss dient bei energetischen Sanierungen (Biomasse-Fernwärme) als idealer Wärmeerzeuger (Vorteile bei KfW Programmen).
  • Neubauten erfüllen ohne zusätzliche Maßnahmen das EEWärmeG (Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz), da die Biomasse als 100% regenerativer Energieträger zählt!

Indirekte Vorteile für jeden Anschlussnehmer:

  • Die Versorgung mit Brennstoff erfolgt aus der näheren Umgebung.
  • Jeder einzelne Brennstoffbesitzer hat die Möglichkeit, Brennstoff zu liefern.
  • Die Forstwirte im umliegenden Bereich haben die Möglichkeit über langfristige Verträge ihre Liefermengen zu kalkulieren.
  • Unabhängigkeit von Liefereinschränkungen im Bereich Gas/Öl
  • Aufwertung der einzelnen Gebäude durch den Fernwärmeanschluss
  • Aufwertung von geplanten Neubaugebieten oder noch nicht bebauten Flächen durch den Fernwärmeanschluss

Vorteile für die Gemeinde/ Kommune:

  • Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze in Form von:
  • Brennstoffbeschaffung / Ablesung Wärmeenergie / Abrechnung der einzelnen Haushalte
  • Sämtliche Umsätze, die durch die Biomasseanlage und deren Nahwärmenetz entstehen, bleiben in der Region erhalten.
  • Steuereinnahmen durch die vorher genannten Umsätze
  • Werbung durch Wärmeversorgung für noch offene Bauplätze / Baugebiete